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Die Schweiz - stabil und aufregend!

Soleure, 25.01.2012 - Allocution du Conseiller fédéral Alain Berset A l'occasion de la Soirée des nominations des Journées de Soleure Seules les paroles prononcées font foi.

Sehr geehrte Frau Alt Bundesrätin
Sehr geehrte Frau Direktorin der Solothurner Filmtage
Sehr geehrte Frau Präsidentin der Solothurner Filmtage
Sehr geehrte Frau Präsidentin der Eidg. Filmkommission
Sehr geehrter Herr Präsident der Schweizer Filmakademie
Liebe Filmschaffende
Liebe Freundinnen und Freunde des Schweizer Films
Sehr geehrte Damen und Herren 

Es ist mir eine grosse Ehre, hier vor Ihnen sprechen zu dürfen.    

Und es ist mir auch eine wirkliche Freude, weil ich überzeugt bin, dass wir dabei sind, ein neues Kapitel im Schweizer Film aufzuschlagen.

Die Zeit der Grabenkämpfe in der Filmbranche ist – vorerst – vorbei. Die neuen Filmförderkonzepte des Bundes für die Jahre 2012-2015 müssen sich jetzt in der Praxis bewähren.

Wenn Sie mir erlauben, ein berühmtes Zitat von Jean-Luc Godard etwas zu verfälschen: "Man muss nicht nur politische Filme machen, sondern Filme politisch machen – aber bitte nicht filmpolitisch!“

Was in den Worten von Theodor Heuss etwa so klingt: „Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht kann man mit Kultur Politik machen“. Nach turbulenten filmpolitischen Zeiten geht es  nun also wieder um Inhalte, um Geschichten, um Ideen und Gefühle. Um die Leidenschaft für den Film.  

Jetzt geht es wieder um den Film selbst. Um dieses wunderbare Leitmedium unseres Selbstverständnisses.Und auch wenn das klassische Kino vielleicht seinen Zenit überschritten hat – das bewegte Bild wird auch in unserer multimedialen und global vernetzten Welt die Mythen unseres Alltags schaffen.

Das haben die Solothurner Filmtage unter der neuen Leitung deutlich gemacht und die Nominationen für den Schweizer Filmpreis unterstreichen das.  

Und so wirkt auch die traditionelle Debatte - Kunst gegen Kommerz - steril und veraltet.  

Diese Debatte hatte immer etwas künstliches. Die Unterscheidung von ernsthafter Kunst und unterhaltender Kunst war nie überzeugend: je rationaler man diese Unterscheidung definieren wollte, desto irrationaler wurde sie - denn mit der Zeit erweisen sich die grössten Künstler häufig auch als kommerziell erfolgreich: Wer ist heute der meistgespielte Dramatiker der Welt? Shakespeare. Welches ist die erfolgreichste Band der Geschichte? Wahrscheinlich die Beatles. Mozart und Bach sind auch Big Business; natürlich kann man behaupten, Salieri und Telemann seien viel besser gewesen – aber ob man damit viele Kenner überzeugt, ist eher fraglich.  

Ich liebe Filme und gehe – zumindest für einen Politiker – häufig ins Kino, auch im neuen Jahr habe ich schon mehrere Filme gesehen.  

Als ich im Vorfeld der Bundesrats-Wahlen jedoch von mehreren Medien gefragt oder sollte ich besser sagen: abgefragt wurde, welche Filme mich denn in den letzten Jahren beeindruckt hätten, gab ich jeweils lapidar zur Antwort: „James Bond“ und „Avatar“. Meine Standard-Antwort erwies sich als grosser Erfolg – die Journalisten waren gebührend schockiert, in den Kulturredaktionen machte man sich Sorgen um mein Niveau, und in der Filmszene sicher auch ein wenig.  

Ich muss an dieser Stelle gestehen: Es war keine reine Provokation. Ich habe diese Filme auch gesehen. Aber es besteht trotzdem kein Grund zur Beunruhigung.   

Mesdames et Messieurs, 

La distinction entre films exigeants et films commerciaux ne fait que détourner l’attention d’un constat tout compte fait plutôt rassurant : le succès d’un film n’est pas prévisible. 

Des films que l’on croyait voués au confinement dans de petites salles se révèlent être des succès commerciaux, tandis que d’autres projets, promis aux records de spectateurs, passent vite aux oubliettes. 

Une autre préoccupation constante de ces dernières années portait sur la question suivante: 

Le cinéma est-il politique ou apolitique?  

Les films diffusés à Soleure sont autant d’exemples de l’importance du cinéma en tant que baromètre des mutations sociales. Nous avons pu constater de quelle manière subtile et captivante ils abordaient la question que nous nous posons tous: qui sommes-nous? 

Cette question est le leitmotiv commun à bon nombre de films du programme soleurois de cette année. Ainsi, par exemple, « Verdingbub » et « Vol spécial ». Mais aussi « Ursula – Leben in Anderswo » et « My Generation » ou encore «Dällebach Kari ».  

Les questions d’identité sont toujours hautement politiques, qu’elles soient traitées sous forme de pièce de théâtre ou de thriller. Mais si cette recherche d’identité permet des réponses aussi ouvertes, c’est notamment parce que l’image de la Suisse a changé.  

Bien sûr, la « suissitude » - oder wie man auf gut deutsch sagt : die «swissness » - est un phénomène qui réagit à la mondialisation, peut-être quelquefois de manière un peu kitsch, excessive, et avouons-le, inflationniste. 

Bien sûr, la suissitude est une notion que les services de marketing aiment beaucoup. Ils l’aiment presque autant que les partis ont aimé la Suisse avant les dernières élections… 

La suissitude a pourtant un autre aspect, plus sérieux et plus sympathique : elle est synonyme de patriotisme, de maturité, d’ouverture au monde. 

Elle prouve également que nous avons une relation plus détendue avec notre propre identité. 

La Suisse est le pays le plus mondialisé de la planète, tant sur le plan économique que social. Mais elle est aussi traditionnaliste, réservée, parfois sur la défensive. Parce que les petits pays se sentent souvent plus vulnérables que les grandes puissances. Et c’est entre ces deux tendances diamétralement opposées que nous évoluons tous. Autrement dit : la Suisse est un laboratoire de la mondialisation, y compris pour nos images en mouvement. 

Liebe Filmfreunde 

Wir sind erfolgreich und doch herrscht in unserem Land eine gewisse Unruhe, ein gewisses Unbehagen sogar.  

Das ist eine spannende Ausgangslage für gute Geschichten.   

Und war es je anders? Vielleicht haben wir es einfach nicht gemerkt. Vielleicht waren wir alle überzeugt, dass ein so stabiles Land wie die Schweiz nicht gleichzeitig auch noch ein aufregendes Land sein kann.  

Schon 1918 schrieb der deutsche Philosoph Ernst Bloch über die auch damals schon verschonte Schweiz: „Was geschieht und mehr noch, was kommt, ist von der Schweiz aus am empfindlichsten zu verspüren.“  Stabil und aufregend? Das ist nur scheinbar ein Paradox – damals wie heute.  

Unser Land litt lange unter einer ziemlich dogmatischen Zwei-Welten-Lehre. Einerseits war hier das Leiden an der Kleinheit und an der fehlenden Sicht aufs Mittelmeer. Anderseits lockte die weite Welt mit grandiosen Versprechen aller Art. Heute sind wir nüchterner und gleichzeitig selbstbewusster geworden.  

Wir betrachten unser Land und stellen fest:  In dieser Schweiz steckt sehr viel Welt.   

Vielen Dank.     

 

Auteur:

Secrétariat général DFI
Internet: http://www.edi.admin.ch