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Sport


Sport wird häufig als integrationsfördernd für Migranten/-innen betrachtet. Verschiedene Sportarten, insbesondere Fussball, werden rege von Migranten/-innen ausgeübt. Der Sportbereich bleibt jedoch, wie jeder andere Alltagsbereich, nicht von der Diskriminierungsproblematik verschont.

Diskriminierungs- und Rassismusbekämpfung durch Sport
Die gemeinsame Freizeitgestaltung allgemein und sportliche Betätigungen im Speziellen setzen Teamwork für ein gutes Gelingen voraus. Regeln müssen eingehalten werden. Fairness wird verlangt. Sportler und Sportlerinnen können ihre Fähigkeiten unabhängig von Herkunft, Sprachkenntnissen oder Schulbildung unter Beweis stellen. Dieser Rahmen kann interkulturellen Kontakt fördern und zur Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen und deren Abbau beitragen. Dies setzt jedoch voraus, dass der Zugang zum Sport für alle möglich ist und eine gute Durchmischung stattfindet.
Die Sensibilisierung von Sportvereinen hinsichtlich der Tatsache, dass Rassismus auch im Sport vorkommt sowie die Gewährung des diskriminierungsfreien Zugangs zum Sport sind auch Punkte, welche die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) des Europarats 2009 in ihren Empfehlungen zum Thema Sport aufgenommen hat.
Die detaillierten ECRI Empfehlungen finden Sie auf folgender Internetseite:

Integration durch Sport

Sport kann die Integration positiv unterstützen. Sportvereine sollten jedoch nie alleine für die Integration einer bestimmen Person oder Gruppe verantwortlich gemacht werden, denn sie sollen Orte bleiben dürfen, in denen primär Sport ausgeübt wird. Integration muss ein gesamtgesellschaftlicher Prozess sein. Sportvereine sollen dessen Verlauf jedoch zulassen und unterstützen.

Zahlreiche Sportvereine leisten wertvolle Integrationsarbeit, sie engagieren sich auf konkrete, pragmatische Art und Weise gegen soziale Ausgrenzung.

Es gibt jedoch nach wie vor Vereine, die kaum bereit sind, ihre Strukturen für „Andere" zu öffnen. Dies zeigt sich auch darin, dass Migranten/-innen schlecht vertreten sind in Führungspositionen des Sportbereiches (Trainerfunktionen, Vereinspräsidium, etc.).

Andererseits empfinden viele Ausländer/innen die hiesigen Vereine als „Schweizer Clubs" und bemühen sich daher zu wenig um eine Mitgliedschaft. Ausserhalb der Fussball- und einzelner Kampfsportvereine sind Migrantinnen und Migranten stark untervertreten. Eine Ursache ist, dass die Information über das Sportangebot diesen Teil der Bevölkerung schlecht erreicht. Hier könnten nur schon Informationsveranstaltungen oder Broschüren in anderen Sprachen als den Landessprachen zur Steigerung der Mitgliederzahlen beitragen.

Eine generelle transkulturelle Öffnung der Vereine erfordert die Bemühung der involvierten Personen, das Anliegen ernst zu nehmen und Massnahmen zu ergreifen, damit alle Mitglieder sich wohl fühlen und ein gutes Klima herrscht. Trainer/innen können sich beispielsweise in interkulturellem Verständnis schulen lassen, damit sie bei ihrer Arbeit Spannungen und Konflikte beheben und allenfalls bereits präventiv dagegen anwirken können.
 
Kompetenzzentrum Integration durch Sport (KIS)
Seit Januar 2009 ist das Kompetenzzentrum Integration durch Sport (KIS) dem Bundesamt für Sport (BASPO) in Magglingen angegliedert. Zielsetzung des KIS ist die Verankerung des Themas «Integration im und durch den Sport». Insgesamt wird eine Erhöhung der Sport- und Bewegungsaktivitäten der Migrationsbevölkerung angestrebt. Durch eine erhöhte Partizipation im Sport soll diese in soziale Netzwerke eingebunden werden.
Weiterführende Lektüre
  • Aus einer Zusammenarbeit zwischen der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) und dem Bundesamt für Sport (BASPO) im Bereich Fanarbeit und Integration ist eine Broschüre mit dem Titel „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bei Fussball- und Eishockey-Fans" entstanden. Diese Publikation kann auf unserer Homepage bestellt werden:
  • Eine Nummer von "Terra cognita", der Zeitschrift der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM), aus dem Jahr 2008 widmet sich dem Thema Sport. Die Ausgabe kann auf folgender Internetseite bestellt werden:
  • Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) hat im 2007 ebenfalls eine Nummer ihrer Zeitschrift „Tangram" dem Thema Sport gewidmet. Die Ausgabe kann auf folgender Internetseite als PDF heruntergeladen oder bestellt werden:

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