Voraussetzungen

Das Behindertengleichstellungsrecht (BehiG, Art. 14, 16 und 17 und BehiV, Art. 16-18) umreisst die Voraussetzungen, welche gegeben sein müssen, damit der Bund Projekte zur Förderung der Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen unterstützen kann. Auf ein Gesuch kann nur eingegangen werden, falls die Gesuchsunterlagen vollständig und termingerecht beim EBGB eintreffen.

Bereiche

Aufgrund der gesetzlichen Grundlagen können Beiträge zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen an Pilotversuche, zur Integration ins Erwerbsleben sowie für besondere Massnahmen für Sprach-, Hör- oder Sehbehinderte gesprochen werden.

Projekte zur besseren Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen können in verschiedenen Bereichen durchgeführt werden, wie beispielsweise Bildung, berufliche Tätigkeit, Wohnen, Mobilität, Kultur oder Sport.

Beiträge an Pilotversuche zur Integration ins Erwerbsleben dienen dazu, die Massnahmen der Invalidenversicherung zu ergänzen. Möglich sind beispielsweise Projekte, welche die Förderung der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen in Betrieben, oder die Erprobung von Zusammenarbeitsformen im Rahmen der Gleichstellung zum Ziel haben.

Schliesslich können Massnahmen unterstützt werden, mit denen die Ausbildung Sprach- und Hörbehinderter in der Gebärden- und Lautsprache sowie die Sprachkenntnisse Sehbehinderter gefördert werden.

Bauliche Massnahmen können im Rahmen der Finanzhilfen nicht unterstützt werden.

Voraussetzungen

  • Die Trägerschaft muss eine gesamtschweizerische oder sprachregional tätige Organisation, ein Kanton, oder eine Gemeinde sein; mit Ausnahme von Pilotversuchen zur Integration ins Erwerbsleben.
  • Das Vorhaben muss einen Projektcharakter mit klarem Anfang und Ende aufweisen.
  • Das Projekt soll seine Wirkung in der Schweiz entfalten.
  • Die Trägerschaft muss einen ausgewiesenen Anteil an Eigenleistungen, oder weiteren Finanzierungsquellen erbringen (Richtwert 50%).  

Kriterien

  • Bedarfsnachweis: Eine Bedarfsanalyse bezieht den neusten Stand des Wissens ein, analysiert Lücken und zeigt auf, mit welchen Projektpartnern zusammengearbeitet werden muss.
  • Wirkung: Wirkungsorientierte Ziele streben eine Änderung des Wissens und Verhaltens der Zielgruppe sowie die Schaffung von Angeboten und Strukturen für die Zielgruppe an.
  • Nachhaltigkeit: Die Projektidee sollte sich längerfristig in bestehende Strukturen verankern lassen, bzw. soll die Weiterführung der Aktivitäten, oder die Ergebnisse nach Projektabschluss wenn möglich gesichert sein.
  • Übertragbarkeit: Unter Übertragbarkeit werden alle Aktivitäten verstanden, welche das Projekt, seine Produkte und Ergebnisse bekannt machen und verbreiten.
  • Innovationsgehalt: Innovativ heisst, dass neue Aspekte der Gleichstellung angegangen werden.

Spezialfälle

  • Sensibilisierungsprojekte müssen Teil einer übergeordneten Sensibilisierungsstrategie der Trägerschaft sein und einen konkreten Bezug zur Gleichstellung aufweisen, dessen Wirkung auch nach Abschluss des Projekts bestehen bleibt. Dies gilt insbesondere auch für Filme und Publikationen.
  • Konzerte oder Theaterproduktionen können ausnahmsweise unterstützt werden, falls spezifische neue Aspekte der Gleichstellung im Rahmen einer Aufführung angegangen werden sollen.
  • Wissenschaftliche Studien und Forschungsprojekte werden nur unterstützt, wenn sie ein konkretes Problem in der Praxis aufnehmen und die Möglichkeit eines Transfers in die Praxis gewährleistet ist. Eine Finanzierung bedingt deshalb, dass eine Organisation aus der Praxis das Projekt wesentlich mitträgt.

Erfüllen mehr Projekte alle Kriterien, als finanziell unterstützt werden können, schlägt das EBGB dem EDI eine Priorisierung vor.

Ausführlichere Informationen finden Sie im Dokument «Wegleitung» unter Weitere Informationen unten (Downloads). Bei Fragen wenden Sie sich bitte auf schriftlichem Weg an das EBGB: ebgb@gs-edi.admin.ch.

https://www.edi.admin.ch/content/edi/de/home/fachstellen/ebgb/finanzhilfen/voraussetzungen.html