Eidgenössische Ernährungskommission (EEK)
Die Eidgenössische Ernährungskommission (EEK) ist eine ausserparlamentarische Kommission. Sie erarbeitet Stellungnahmen und Empfehlungen zuhanden des Bundesrats und des BLV und unterstützt das BLV bei der Umsetzung der Schweizer Ernährungsstrategie.
Aufgaben
Als ausserparlamentarische Kommission erarbeitet die EEK fachliche Stellungnahmen zu aktuellen Ernährungsthemen. Zudem unterstützt und berät sie das BLV bei der Umsetzung des Aktionsplans der Schweizer Ernährungsstrategie.
Auf der Grundlage interdisziplinärer Fachkenntnisse diskutiert und beurteilt die Kommission wissenschaftliche Berichte und Empfehlungen. Sie analysiert ernährungsbezogene Fragestellungen umfassend und formuliert daraus Empfehlungen. Diese Empfehlungen dienen dem BLV als Entscheidungsgrundlage für Ernährungsempfehlungen und gesundheitsfördernde Massnahmen. Zudem zeigen sie Forschungs- und Handlungsbedarf im Rahmen der Schweizer Ernährungsstrategie auf.
Organe
Die Plenarkommission besteht aus 15 Mitgliedern und tagt zweimal jährlich. Sie ist ein beratendes Organ des Bundesrates. Der Bundesrat wählt die Mitglieder ad personam. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre. Die letzten Gesamterneuerungswahlen durch den Bundesrat fanden am 22. November 2023 statt.
Der EEK-Ausschuss setzt sich aus drei Mitgliedern inklusive des Präsidiums zusammen und trifft sich ebenfalls zweimal jährlich. Er bereitet die Geschäfte der Plenarkommission vor, unter anderem Schwerpunktthemen und Themenvorschläge.
Das Sekretariat der EEK ist beim BLV angesiedelt.
Stellungnahmen und Empfehlungen
Auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Berichts unter der Leitung der Haute école de santé de Genève (HEdS) sowie einer Stellungnahme der EEK veröffentlichte das BLV die einheitlichen Schweizer Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Diese stehen in Form einer dynamischen Tabelle zur Verfügung.
Die Referenzwerte basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. In den meisten Fällen wurden die Werte der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA übernommen, teilweise jedoch auch die DACH-Referenzwerte oder spezifische Empfehlungen der EEK berücksichtigt.
Publikation und weiterführender Link
Die EEK beantragte, in der Schweiz eine umfassende Situationsanalyse zu diesen Lebensmitteln durchzuführen und darauf aufbauend Empfehlungen sowie konkrete Handlungsoptionen abzuleiten.
Publikation
In der Schweiz leben rund 2.2 Millionen Menschen mit ernährungsbedingten nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs) wie Adipositas, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung prüfte die EEK, ob die Schweizer Lebensmittelpyramide auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den Jahren 2012 bis 2017 angepasst werden muss.
Der daraus entstandene Bericht mit Empfehlungen an das BLV bildete die Grundlage für die Überarbeitung der neuen Ernährungsempfehlungen.
Publikationen
Management summary - Schlussfolgerungen und Empfehlungen für das BLV aus dem Expertenbericht der EEK
PDF536.15 kB26. Juni 2026
Neubewertung der wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Lebensmitteln aus bestimmten Lebensmittelgruppen und NCDs - Bericht (auf Englisch)
PDF4.29 MB29. Juni 2026
Der Anteil der über 65- und über 80-Jährigen in der Schweiz nimmt stark zu und stellt neue Anforderungen an ein gesundes Altern. Die Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle.
Die EEK legte in ihrem Bericht wissenschaftliche Grundlagen zu Demografie, altersbedingten Veränderungen, Mangelernährung, Polypharmazie sowie zu den Ernährungsbedürfnissen älterer Menschen dar. Diese Erkenntnisse dienen als Basis für die Entwicklung von Ernährungsempfehlungen für diese Bevölkerungsgruppe.
Publikationen
Da sich immer mehr Menschen vegetarisch oder vegan ernähren, erarbeitete die EEK eine Übersichtsarbeit mit Fokus auf die vegane Ernährung. Der Bericht beleuchtet gesundheitliche Auswirkungen, mögliche Nährstoffmängel in verschiedenen Altersgruppen sowie Chancen und Risiken dieser Ernährungsform. Ziel ist es, Fachpersonen und Bevölkerung eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Nachtrag zum EEK-Bericht: Übersichtsarbeit zu den ernährungsphysiologischen und gesundheitlichen Vor- und Nachteilen einer veganen Ernährung
Die Botschaften des EEK-Berichts Kapitel 7.1 (Life cycle aspects of vegan diets during pregnancy), sowie der BLV-Broschüre zur Ernährung rund um Schwangerschaft und Stillzeit sorgen beim Gesundheitspersonal und bei vegan lebenden Frauen für Verwirrung. Dies führt zu Unsicherheiten im gegenseitigen Austausch und kann die frühzeitige Erkennung potenzieller Risiken erschweren. Eine fachgerechte Begleitung vegan lebender Frauen ist daher von zentraler Bedeutung.
Die EEK einigte sich 2025 auf folgende Empfehlungen für schwangere oder stillende Frauen, die sich vegan ernähren:
- individuelle Ernährungsbewertung durch eine gesetzlich anerkannte Ernährungsberaterin oder einen gesetzlich anerkannten Ernährungsberater
- Orientierung an den anerkannten Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr während Schwangerschaft und Stillzeit
- gezielte Blutuntersuchungen, zum Beispiel zu Vitamin B12 oder Eisen
Publikationen und weiterführender Link
Übersichtsarbeit zu den ernährungsphysiologischen und gesundheitlichen Vor- und Nachteilen einer veganen Ernährung Management summary und Empfehlungen
PDF458.81 kB25. Juni 2026
Übersichtsarbeit zu den ernährungsphysiologischen und gesundheitlichen Vor- und Nachteile einer veganen Ernährung - Bericht (auf Englisch)
PDF3.92 MB29. Juni 2026
Der Bericht «Ernährung in den ersten 1000 Lebenstagen» untersucht den Einfluss der mütterlichen Ernährung auf das ungeborene Kind sowie auf die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Ernährung in dieser Phase nicht nur Wachstum und Gesundheit beeinflusst, sondern auch das Risiko für ernährungsbedingte Erkrankungen im Erwachsenenalter prägt.
Ein Ergänzungsbericht empfiehlt aufgrund neuer Studien angepasste Richtwerte zur Gewichtszunahme bei adipösen Schwangeren.
Publikationen und weiterführender Link
Amendment EEK - Ernährung in den ersten 1000 Lebenstagen (auf Englisch)
PDF134.28 kB29. Juni 2026
Ernährung in den ersten 1000 Lebenstagen – von pränatal bis zum 3. Geburtstag
PDF1.58 MB27. Juni 2026
Ernährung während den ersten 1000 Lebenstagen – von pränatal bis zum 3. Geburtstag
PDF158.36 kB25. Juni 2026
In der Frühlingssitzung 2013 stellte die EEK neue Erkenntnisse vor, wonach rotes und insbesondere verarbeitetes Fleisch gesundheitlich nachteilig sein könnte. Langzeitstudien aus USA und Europa zeigen, dass regelmässiger Konsum von Fleischprodukten das Risiko für Sterblichkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten wie Dickdarmkrebs und Typ-2-Diabetes erhöhen kann.
Die EEK stellte neue wissenschaftliche Erkenntnisse vor, wonach insbesondere der regelmässige Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch gesundheitliche Risiken bergen kann. Langzeitstudien aus Europa und den USA zeigen Zusammenhänge mit einem erhöhten Risiko für Sterblichkeit sowie mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten und Typ-2-Diabetes.
Publikationen und weiterführender Link
Die Schweiz ist ein Jodmangelgebiet. Seit 1922 wird Speisesalz mit Jod angereichert, und die Jodversorgung der Bevölkerung wird regelmässig überprüft. Die Untersuchung von 2009 zeigte Risiken insbesondere für Schwangere, Stillende und Kleinkinder.
Der Bericht der EEK lieferte die wissenschaftliche Grundlage für eine Anpassung der Jodzugabe im Salz und richtete sich an Fachpersonen aus Gesundheitswesen, Bildung und Lebensmittelindustrie.
Publikationen und weiterführender Link
Jodversorgung in der Schweiz - Schlussfolgerungen und Empfehlungen der Eidgenössischen Ernährungskommission
PDF55.63 kB26. Juni 2026
Jodversorgung in der Schweiz - Zusammenfassung des Expertenberichtes der Eidgenössischen Ernährungskommission
PDF50.40 kB26. Juni 2026
Jodversorgung in der Schweiz: Datenlage und Empfehlungen – Ausführlicher Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission (auf Englisch)
PDF1.05 MB29. Juni 2026
Neue Meta-Analysen und randomisierte Studien zeigen, wie unterschiedliche Fettsäuren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und relevante Krankheitsmarker beeinflussen. Diese Erkenntnisse, ergänzt durch nationale und europäische Empfehlungen, ermöglichen eine differenzierte Bewertung der gesundheitlichen Wirkung einzelner Fette und Fettsäuren.
Publikation und weiterführender Link
Im EEK-Bericht von 2012 empfahl die Kommission, Labortests zur Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels nur bei Personen mit einem erhöhten Risiko für einen Vitamin-D-Mangel durchzuführen. In den folgenden Jahren nahm die Zahl der zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abgerechneten Vitamin-D-Bestimmungen stark zu, ohne dass sich die medizinische Notwendigkeit klar verändert hätte.
Vor diesem Hintergrund präzisierte der Bund per 1. Juli 2022 die Regelungen zur Kostenübernahme in der Analysenliste. Die OKP übernimmt die Kosten für die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels nur noch bei klar definierten Indikationen. Dazu gehören die Diagnose und Verlaufskontrolle eines Vitamin-D-Mangels bei bestimmten Erkrankungen sowie die Verlaufskontrolle bei der Einnahme von Medikamenten, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen. Präventive oder präsymptomatische Bestimmungen ausserhalb dieser Indikationen werden nicht vergütet und sind von den Versicherten selbst zu tragen.
Nachträgliche Stellungnahme zur Vitamin D-Supplementierung
Die EEK bewertete die DO-HEALTH-Studie (2020), die zeigt, dass höhere Vitamin-D-Dosen von 2000 IE pro Tag bei gesunden, aktiven Personen ab 70 Jahren ohne Mangel keinen zusätzlichen Nutzen für die Prävention nicht-vertebraler Frakturen bringen. Auf dieser Grundlage sieht die EEK derzeit keinen Anlass, die bestehende Empfehlung von 600 bis 1000 IE Vitamin D pro Tag für ältere Personen in der Schweiz anzupassen.
Auch die Übersichtsstudie von Bolland et al. (2018) zeigte keinen gesundheitlichen Zusatznutzen einer Vitamin-D-Supplementierung bei gesunden Erwachsenen. In der Schweiz bestehen jedoch saisonale und geografische Unterversorgungen. Deshalb empfiehlt die EEK für bestimmte Bevölkerungsgruppen weiterhin eine Supplementierung: Kinder, Jugendliche und Personen ab 60 Jahren sollen täglich 600 bis 800 IE Vitamin D einnehmen. Diese Dosierung gleicht Mängel aus, ohne bei ausreichendem Vitamin-D-Status eine Überdosierung zu verursachen.
Bereits 2016 empfahl die EEK, die Vitamin-D-Supplementierung von 600 IE pro Tag bis zum 18. Lebensjahr auszudehnen, insbesondere bei regelmässiger Anwendung von Sonnenschutzmitteln. Diese Anpassung beruhte auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die nach der Veröffentlichung des ursprünglichen Berichts vorlagen.
Vitamin D und Kalzium sind essenziell für die Knochen- und Muskelgesundheit. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko für Frakturen und Stürze und kann auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten, Infektionen der oberen Atemwege, Multipler Sklerose, Diabetes sowie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in Zusammenhang stehen. Besonders gefährdet sind Kinder unter drei Jahren, dunkelhäutige Menschen, Schwangere, Stillende, verschleierte Frauen sowie Personen über 60 Jahre.
Der Bericht «Vitamin-D-Mangel: Datenlage, Sicherheit und Empfehlungen für die Schweizer Bevölkerung» dient dem BLV (damals BAG) als wissenschaftliche Grundlage für die aktuellen Empfehlungen zur Vitamin-D-Zufuhr.
Publikationen und weiterführender Link
Vitamin-D-Mangel: Datenlage, Sicherheit und Empfehlungen für die Schweizer Bevölkerung
PDF66.51 kB25. Juni 2026
Vitamin D-Mangel: Datenlage, Sicherheit, und Empfehlungen für die Schweizer Bevölkerung - Ausführlicher Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission (auf Englisch)
PDF1.15 MB29. Juni 2026
Proteine in der Ernährung des Mensches (2011)
Proteine in der Ernährung des Menschen: Zusammenfassung
PDF47.30 kB25. Juni 2026
Proteine in der Ernährung des Menschen: Empfehlungen
PDF38.28 kB25. Juni 2026
Proteine in der Ernährung des Menschen – Ausführlicher Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission (auf Englisch)
PDF2.24 MB29. Juni 2026
Zöliakie und Ernährung in der Schweiz (2010)
Zöliakie und Ernährung in der Schweiz – Ausführlicher Expertenbericht
PDF158.89 kB26. Juni 2026
Zöliakie und Ernährung in der Schweiz: eine Standortbestimmung - Empfehlungen der Eidgenössischen Ernährungskommission
PDF31.53 kB26. Juni 2026
Zöliakie und Ernährung in der Schweiz: eine Standortbestimmung - Zusammenfassung und Synthese des Expertenberichtes der Eidgenössischen Ernährungskommission
PDF25.86 kB26. Juni 2026
Kohlenhydrate in der Ernährung (2009)
Empfehlungen der Eidgenössischen Ernährungskommission zur Kohlenhydrat-Zufuhr
PDF30.00 kB25. Juni 2026
Kohlenhydrate in der Ernährung Stellungnahme und Empfehlungen der Eidgenössischen Ernährungskommission (EEK) 2009 Verfasst von einer Expertengruppe im Auftrag der EEK
PDF1.57 MB25. Juni 2026
Kohlenhydrate in der Ernährung: Zusammenfassungen der einzelnen Beiträge
PDF39.72 kB25. Juni 2026
Mangelernährung im Spital (2006)
Salzkonsum und Blutdruck (2005)
Salzkonsum und Bluthochdruck Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission
PDF207.99 kB25. Juni 2026
Salzkonsum und Bluthochdruck1 Marco Bachmanna, Ulrich Keller b a Departement Life Sciences und Facility Management, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Wädenswil, b Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und klinische Ernährung, Universitätsspital, Basel
PDF271.39 kB25. Juni 2026
Folsäure (2002)