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MedienmitteilungVeröffentlicht am 30. März 2026

«Alpines Esskulturerbe» kandidiert für die Aufnahme in das Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO

Bern, 30.03.2026 — Die Schweiz hat heute bei der UNESCO die multinationale Kandidatur «Alpines Esskulturerbe. Gemeinschaftlich getragene Bewahrungsprogramme» zur Aufnahme in das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes eingereicht. Diese Kandidatur, die auf einem wiedererwachten Interesse an nachhaltiger Ernährung fusst, wird von Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz gemeinsam eingereicht und von der Schweiz koordiniert.

Das alpine Esskulturerbe umfasst eine ganze Reihe von Kenntnissen, Praktiken und Fertigkeiten, die mit der Ernährung in den Bergregionen des Alpenbogens zusammenhängen. Dazu gehören etwa das Käsen in Höhenlagen, auf alpine Lebensräume abgestimmtes Anbauen und Backen von Getreide, das Sammeln von Wildpflanzen, die Pflege traditioneller Obstgärten oder die Bergimkerei. Diese Praktiken, die durch die ökologischen Bedingungen in Höhenlagen und gefestigte Traditionen der Zusammenarbeit zwischen den Tälern geprägt sind, stellen ein lebendiges Erbe dar, das eng mit der Landschaft, mit landwirtschaftlichen Systemen und Lebensweisen der Alpengemeinschaften verbunden ist.

Die Kandidatur bei der UNESCO soll die gemeinschaftlich getragenen Bewahrungsprogramme anerkennen, die darauf abzielen, das alpine Esskulturerbe zu identifizieren, zu dokumentieren, weiterzugeben und aufzuwerten. Sie zeigt die Formen der Zusammenarbeit auf, die sich im Alpenbogen entwickelt haben, um den Austausch zu stärken, will die Weitergabe von Wissen an jüngere Generationen unterstützen und nachhaltige Produktions- und Konsumweisen fördern.

Die Initiativen bauen auf dem transnationalen Netzwerk auf, das im Rahmen des EU-Projekts AlpFoodway (2015–2019) geknüpft wurde und heute von zahlreichen Organisationen, Institutionen und Gemeinschaften weitergeführt wird. Verschiedene Projekte veranschaulichen diese Dynamik, wie das grenzüberschreitende Alpenbrotfestival Lo Pan Ner, das dem traditionellen Roggenbrot gewidmet ist und jeden Herbst in mehreren Alpendörfern, vor allem im Wallis und im Valposchiavo, gefeiert wird.

Das Bundesamt für Kultur koordiniert die Kandidatur, in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Partnerorganisationen, mit Frankreich, Italien und Slowenien. In der Schweiz stützt sich die Vorbereitung des Dossiers insbesondere auf das Projekt Polo Poschiavo, das Zentrum zur Erforschung der alpinen Bevölkerung Centre régional d'études des populations alpines (CREPA), das Culinarium Alpinum, die Stiftung zur Förderung des Genusses (Stiftung Goût), das Kulinarische Erbe der Schweiz und die Schweizerische Vereinigung der AOP-IGP.

Die Schweiz übernimmt zum ersten Mal die Koordination einer Kandidatur für das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes, das beispielhafte Programme auszeichnet, die andere Regionen der Welt inspirieren können. Nach Prüfung des Dossiers ist mit einer Entscheidung frühestens im Dezember 2027 zu rechnen.

UNESCO-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes

Mit dem Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes will die UNESCO ein Kulturerbe schützen, das weniger mit Bauten oder Räumen zusammenhängt, sondern in erster Linie mit der Zeit sowie mit gemeinschaftlichen Praktiken und gesellschaftlichen Interaktionen. Dieses Erbe umfasst lebendige Traditionen wie mündliche Ausdrucksformen, darstellende Künste, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken. Es widerspiegelt somit die kulturelle Vielfalt und zeugt von der menschlichen Kreativität.

Für Rückfragen zum alpinen Esskulturerbe in der Schweiz

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