Newsletter EBGB 4/2019: Informieren Sie sich über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Zeitung

Schwerpunktthema Selbstbestimmtes Leben

Der Standpunkt von ... Sébastien Kessler

Im Rahmen des Programms «Selbstbestimmtes Leben» stellen wir Ihnen verschiedene Beiträge von Personen vor, die sich mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen.

Sébastien Kessler ist Vorstandsmitglied von Inclusion Handicap, Partner des Planungsbüros www. id-Geo.ch und Stadtrat von Lausanne 

 
 
Der Standpunkt von ... Sébastien Kessler

Schwerpunktthema E-Accessibility

Wie kann digitale Kommunikation für alle Nutzenden optimiert werden?

Am Forum Digitale Kommunikation vom 22.8.2019 wurde das Thema Barrierefreiheit in verschiedenen Referaten als ein wichtiger Teil der der Online-Dienstleistungen hervorgehoben. Nick Forrester vom Government Digital Service (Grossbritannien) zeigte auf, wie durch gezieltes user-centred Design die Online-Dienste in Grossbritannien für alle Nutzenden laufend optimiert werden. Sabina Sieghart vom Gestaltungsinstitut München führte in ihrem Referat aus, wie Dokumente in Leichter Sprache gestaltet werden sollen, so dass möglichst viele Menschen davon profitieren können.

Diese und weitere Referate finden Sie hier: https://www.ch.ch/de/forumdigitalekommunikation

Mit innovativer Assistenztechnologie Menschen mit Behinderungen im Alltag unterstützen

Bei der CYBATHLON Experience am Dienstag, 27. August im Zürcher Hauptbahnhof konnte erlebt werden, wie innovative Assistenztechnologie Menschen mit Behinderungen im Alltag unterstützt.

An der CYBATHLON Experience im Zürcher Hauptbahnhof nahmen acht Teams teil. Menschen mit körperlichen Behinderungen, die durch innovative Assistenzsysteme unterstützt wurden, mussten alltagsrelevante Aufgaben lösen. Besucherinnen und Besucher erwartete ein Geschicklichkeitsparcours mit Armprothesen, ein Hindernisparcours mit Beinprothesen sowie den Parcours mit robotischen Exoskeletten und motorisierten Rollstühlen.

Am 2.–3. Mai 2020 werden dann die Tore der SWISS Arena in Kloten für die Fortsetzung des CYBATHLON geöffnet.

Das EBGB unterstützt den Cybathlon als Patronatsgeber und ist Mitglied des Beirats.

In der Schweiz soll es neu nur noch einen e-Accessibility Standard geben

Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes ISB hat das EBGB beauftrag den Schweizer e-Accessibility Standard eCH0059 und die Richtlinien des Bundes (P028) zusammenzuführen. Neu soll es nur noch ein Schweizer Standard geben (eCH). Dieser soll die neusten technologischen Entwicklungen abdecken und so eine bessere Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen ermöglichen.

Der Schweizer e-Accessibility Standard gibt Behörden und weiteren Anbietern öffentlich zugänglicher Informationen und Dienstleistungen die Möglichkeit, ihre Angebote im Internet nach einheitlichen Kriterien barrierefrei umzusetzen und damit gleichzeitig ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. Der Standard richtet sich nach den international anerkannten Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.0) des World Wide Web Consortium (W3C). Die Umsetzung dieser Richtlinien ermöglicht es, dass alle Nutzer, unabhängig ihrer Einschränkungen, auf das Internetangebot zugreifen können. 


Finanzhilfen

Welche Projekte unterstützen wir? Hier finden Sie Kurzbeschreibungen über laufende Projekte, welche das EBGB finanziell unterstützt. 

In dieser Ausgabe: 

  • Im Provisorium46 - einem zentral gelegenen Restaurant-Bar - arbeiten junge Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand
  • Unter dem Motto «zusammen spielen, miteinander leisten, voneinander lernen» bietet das Projekt Sportin gemeinsame Sporterlebnisse für Regelschulen und Sonderschulen an
  • PluSport – offene Kletterhallen für alle
  • Umsetzung eines barrierefreien Gesundheitsangebots am Universitätsspital Basel
  • SELODY: Einfluss von Seh- und Hörsehbehinderungen auf das Erleben in und Aufrechterhalten von Partnerschaften
 

News Schweiz

Austausch zur UNO Behindertenrechtskonvention am 12. September 2019 in Bern : Staatenberichtsverfahren und UNO Behindertenrechtskonvention: Welche gegenseitigen Erwartungen haben Behörden und Behindertenorganisationen?

«Wir wollen informiert werden. Wir wollen uns auf gleicher Augenhöhe austauschen können.» Eine klare Erwartung der Zivilgesellschaft an die Behörden beim Prozess des Staatenberichtverfahrens. Das war eine zentrale Aussage beim Austausch vom 12. September. Um was geht es?

2014 hat die Schweiz die UNO Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Seither setzen wir diese Konvention auf Ebene des Bundes, der Kantone und der Gemeinden um. Wir informieren im Rahmen des Staatenberichtsverfahrens die Öffentlichkeit wie auch die internationalen Organe: zum Beispiel über den aktuellen Stand, über festgestellte Lücken sowie über weitere geplante Massnahmen. 2016 hat die Schweiz der UNO den Initialstaatenbericht eingereicht. Der Bericht wurde unter Führung des EBGB in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Behörden auf Stufe Bund, Kantone und Gemeinden sowie auch in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft erstellt. Über diesen ganzen Prozess, vor allem über die eigenen wie auch über die gegenseitigen Erwartungen und Anforderungen an das Staatenberichtsverfahren tauschten sich das EBGB, die Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren und Sozialdirektorinnen SODK, Inclusion Handicap mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern von Behörden und aus der Zivilgesellschaft am 12. September 2019 aus.

Der Austausch der Behörden mit der Zivilgesellschaft wurde von den Teilnehmenden als sehr wichtig eingestuft. Was erwarten hingegen die Behörden von der Zivilgesellschaft? Dies sagten die Vertreter und Vertreterinnen der Behörden an der Tagung ebenfalls klar: «Es ist es wichtig, dass die NGOs sachpolitisch argumentieren und repräsentativ für die ganze Gemeinschaft sind.» Bei beiden, Zivilgesellschaft und Behörden braucht es einen Sinn für den Gesamtzusammenhang. Diesen Weg werden wir weiterhin angehen: in Zusammenarbeit und im gegenseitigen Austausch.

 

ch.ch/Wahlen2019: barrierefrei zugängliche Informationen zu den Wahlen vom 20. Oktober 2019

Auf der Website ch.ch/Wahlen2019 werden einfach und verständlich Schritt für Schritt die Wahlmodalitäten erklärt. Sämtliche Informationen werden mit einem breiten multimedialen Angebot ergänzt, u. a. mit Erklärvideos, die es auch in Gebärdensprache gibt. Weiter kann man anhand eines Quiz sein Wissen über die Wahlen testen, und in der Rubrik FAQ findet man Antworten auf die häufigsten Fragen. Erstmals wurde ein Teil der Inhalte einschliesslich der Ergebnisse in die leichte Sprache übersetzt. Auch hier geht es hauptsächlich um praktische Fragen: Wo kann ich wählen? Wie wähle ich richtig?


Projekte im Fokus

Wie haben unsere Finanzhilfen konkret zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen beigetragen? Hier präsentieren Ihnen Projektorganisationen laufend die Resultate ihrer bereits abgeschlossenen Projekte, welche das EBGB finanziell unterstützt hat.    

Lorena Müller, Absolventin FAGS

Berufsausbildung FAGS (Fachperson Gebärdensprache)

Die Berufsausbildung zur Fachperson Gebärdensprache (FAGS) ist für gehörlose und hörbehinderte Menschen in der Schweiz von zentraler Bedeutung für die Integration und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Durch den Erwerb der Zweisprachigkeit (Bilingualität => Gebärdensprache und gesprochene Sprache) ist eine erfolgreiche Integration von Menschen mit einer Hörbehinderung in die Gesellschaft möglich. Nur dank Menschen mit Ausbildung in Gebärdensprache können Kindern mit Hörbehinderung bilingual die Sprache erwerben; und die Vermittlung des Schulstoffes kann so bilingual vermittelt werden.

Aussage von Lorena Müller, Absolventin FAGS

Berufsausbildung FAGS (Fachperson Gebärdensprache)

Fachkontakt
Letzte Änderung 22.02.2018

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