Aktionsplan UN-BRK 2019-2023

Die Verbände und ihre Institutionen handeln: Sie treiben die Umsetzung der UN-BRK im institutionellen Kontext aktiv voran. Sie nehmen ihre Verantwortung gegenüber den begleiteten Menschen wahr.

Projektziel & Zielgruppe

Mit dem Aktionsplan UN-BRK leisten die Verbände INSOS Schweiz, CURAVIVA Schweiz und VAHS Schweiz gemeinsam mit ihren Mitgliedsinstitutionen einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der UN-BRK. Sie anerkennen die Notwendigkeit, sich selber zu bewegen und ihre Dienstleistungen im Sinne der UN-BRK weiterzuentwickeln.
Der Aktionsplan UN-BRK beschreibt umfassend und differenziert 35 Ziele sowie 145 Massnahmen und Empfehlungen. Die Massnahmen, die die Verbände formuliert haben, wollen sie selber in den nächsten fünf Jahren umsetzen. Die Empfehlungen richten sich an ihre Mitgliedsinstitutionen: an die Dienstleistungsanbieter für Menschen mit Behinderung.

Wie hilft dieses Projekt?

Durch die verbandsübergreifende Zusammenarbeit wird der Aktionsplan eine viel stärkere Resonanz und Wirkung erzielen, als wenn ein solcher durch einzelne Verbände initiiert worden wäre. Entscheidend war insbesondere auch der Einbezug von Menschen mit Behinderung.

Der Aktionsplan wird als Orientierungsraster für die nächsten Jahre fortbestehen. Er enthält einerseits Massnahmen für die Verbände und andererseits Empfehlungen, gerichtet an die Dienstleistungsanbieter für Menschen mit Behinderung. Er ist geordnet nach den Handlungsfeldern dieser Zielgruppen (Arbeitswelt, Lebensgestaltung, Bildung von Fachpersonal) und Fokusthemen (Kinder und Jugendliche, Menschen im Alter sowie komplexe Behinderungen). Das benutzte Raster für die Einteilung der Forderungen der UN-BRK kann zudem von sozialen Institutionen weiterverwendet werden, um ihre individuellen Aktionspläne übersichtlich und sachlogisch aufbauen zu können.

Was hat dieses Projekt erreicht?

Der Aktionsplan UN-BRK liefert wichtige Impulse und Ideen für die Umsetzung der UN-BRK in der gesamten Branche. Er formuliert Ziele, Massnahmen und Empfehlungen zu folgenden Bereichen und Themen:

  • Rolle der Verbände
  • Bereich Arbeit
  • Bereich Lebensgestaltung
  • Bildung von Fach- und Leitungspersonen
  • Fokusthemen (Komplexe Behinderungen – Kinder und Jugendliche – Menschen im Alter).

Die Verbände haben sich intensiv mit der UN-BRK auseinandergesetzt. Ihre wichtigste Erkenntnis: In der Begleitung von Menschen mit Behinderung und auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft sind bestimmte Faktoren entscheidend. Es sind:

  • Teilhabe
  • Mitwirkung und Mitsprache
  • Selbstbestimmung
  • Angebotsvielfalt und Wahlfreiheit
  • Durchlässigkeit der Angebote
  • Sozialraumorientierung.

Beispiel

Für die Erarbeitung des Aktionsplanes UN-BRK haben die drei Verbände eine nationale Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Sprachregionen der Schweiz eingesetzt. Damit konnte sowohl die notwendige Fachexpertise für die Erarbeitung des Aktionsplanes, als auch die, für die Umsetzung von Massnahmen gemäss Aktionsplan, notwendige breite Akzeptanz im Feld der Behindertenhilfe sichergestellt werden.

Eine Inklusionskommission mit rund 40 Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern legte in fünf Tagesveranstaltungen ihre Sichtweise auf verschiedene Themenbereiche dar. Sie formulierten insgesamt 40 Anliegen inkl. Forderungen zu den Themen Teilhabe, Arbeit, Lebensgestaltung sowie Bildung Fach- und Leitungspersonen. Ihre Sichtweisen und Forderungen flossen in die Arbeitspakete ein bzw. sollten die Ergebnisse der Arbeitspakete kritisch spiegeln. Zwei Mitglieder der Inklusionskommission nahmen als Delegierte an den Sitzungen der NAG teil.

In Ergänzung zum Aktionsplan wurden soziale Institutionen aufgerufen, ihre Praxisbeispiele zur Umsetzung der UN-BRK bei den Verbänden einzureichen. Bereits mehr als 30 Praxisbeispiele auf der Website https://www.aktionsplan-un-brk.ch/de/ belegen, dass die Branche gut unterwegs ist.

Herausforderungen

Die drei Verbände haben ihre Arbeit kritisch reflektiert. Sie kamen dabei zu folgendem Schluss: Immer wieder fehlende zeitliche Ressourcen. Der eng getaktete Zeitplan liess einen flächendeckenden Einbezug von Mitgliedern oder kantonalen Verbandsstrukturen nur eingeschränkt zu.

Bei komplexen Projektstrukturen darf der Aufwand für die Koordination nicht unterschätzt werden. Insbesondere müssen für das erspriessliche Miteinander der verschiedenen Projektpartner eine geeignete Projektorganisation gefunden und diese allenfalls laufend an die Notwendigkeiten angepasst werden.

Die Arbeit der Projektleitung war massgeblich davon geprägt, die Arbeitsfähigkeit der Mitwirkenden zu ermöglichen. Oftmals fühlten sich die Projektleiter wie in einem riesigen Maschinenraum, darauf bedacht, dass die diversen Räder und Teile ineinandergreifen, nicht im Leeren, oder in einer Gegenrichtung drehten.

Trägerschaft

Trägerschaft: INSOS Schweiz, CURAVIVA Schweiz, VAHS Schweiz
Projektregion: geplante gesamte Schweiz; infolge krankheitsbedingter Ausfälle musste der Projektteil "Coordination latine" auf 2019 verschoben werden
Laufzeit: September 2017 bis Ende Februar 2019
Finanzierung: Eigenleistung der drei Verbände mit CHF 70'000 als Projektgelder und CHF 250'000 als Personalaufwand; Projektzuschuss EBGB CHF 183'000, Ebnet-Stiftung CHF 10’000
Kontaktperson: Tschoff Löw, Co-Projektleiter, tschoff.loew@insos.ch; 031 385 33 06
Webseite: www.aktionsplan-un-brk.ch

 
 
 
 
 
 

Letzte Änderung 07.05.2020

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