Mehrjahresprogramm «Selbstbestimmtes Leben»

Verstärkung der Behindertenpolitik

Der Bundesrat will die Behindertenpolitik verstärken und auf die volle, autonome und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben ausrichten. Der Bericht «Behindertenpolitik» vom 9. Mai 2018 sieht dafür Massnahmen in fünf Handlungsfeldern vor. Damit werden die Voraussetzungen für eine kohärente Behindertenpolitik verbessert und in besonders wichtigen Themenbereichen inhaltliche Akzente gesetzt.

Zusammenarbeit von Bund und Kantonen

Ein zentrales Element der Behindertenpolitik ist die enge Zusammenarbeit mit den Kantonen Der Nationale Dialog Sozialpolitik Schweiz NDS, an dem das EDI und die SODK beteiligt sind, ist der Rahmen für einen regelmässigen Austausch zwischen Bund und Kantonen. In Mehrjahresprogrammen werden zudem inhaltlichen Schwerpunkte gemeinsam von Bund und Kantonen bearbeitet. Dabei kommt dem Einbezug weiterer Stakeholder, insbesondere von Menschen mit Behinderungen und ihren Organisationen, ein grosser Stellenwert zu.

Förderung des selbstbestimmten Lebens

Das erste Mehrjahresprogramm ist dem Thema «Selbstbestimmtes Leben» gewidmet. Es greift ein für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zentrales Thema auf. Am NDS vom 22. Juni 2018 wurde das Konzept für das Mehrjahresprogramm «Selbstbestimmtes Leben» (2018-2021) verabschiedet.

Das Programm sieht fünf Handlungsfelder vor:

  • Selbstbestimmung bei der Wahl der Tagesstruktur: Das Ziel des Handlungsfeldes ist es, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben teilhaben können. Gleichzeitig geht es darum, ihren Zugang zur Arbeitswelt und zur Berufsbildung zu fördern. Menschen mit Behinderungen sollen ihre Tagesstruktur im Rahmen Ihrer Möglichkeiten frei wählen können. Das heisst, dass sie selber bestimmen können, ob sie in einer Institution betreut werden, arbeiten, von dieser begleitet oder eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt suchen wollen.
  • Freie Wahl des Wohnorts und der Wohnform: Mit dem Handlungsfeld sollen Wohnangebote so ausgestaltet sein, dass Menschen mit Behinderungen so weit als möglich selber entscheiden können, wo und wie sie wohnen möchten.
  • Flexibilisierung und Individualisierung von spezifischen Unterstützungsangeboten: Das Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen dank der Unterstützungsangebote ein möglichst selbständiges Leben führen können. Dazu müssen die Angebote genügend flexibel sein, so dass sie an die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen angepasst werden können.
  • Öffnung von allgemeinen Dienstleistungen und Einrichtungen: Das Ziel ist es, die Zugänglichkeit von Dienstleistungen und Einrichtungen soweit zu verbessern, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt an allen relevanten Lebensbereichen teilhaben können.
  • Mitwirkung bei Entscheiden von Behörden und von Institutionen: Das Motto der UNO-BRK «Nichts über uns, ohne uns» ist die Grundlage dieses Handlungsfeldes. Menschen mit Behinderungen sollen bei Entscheidungen, die sie betreffen, einbezogen werden.

Programmaktivitäten

In den fünf Handlungsfeldern werden in den kommenden vier Jahren Grundlagen erarbeitet, bestehende Angebote evaluiert und «Good practices» identifiziert. Zudem sollen der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung gefördert und neue Projekte durchgeführt werden.

Letzte Änderung 25.02.2019

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