Arbeit

Ein Angestellter im Rollstuhl und einer ohne Behinderung arbeiten zusammen an einer Werkbank

Arbeit ist nicht das ganze Leben, aber ihr kommt dennoch ein besonderer Stellenwert zu. Menschen mit Behinderungen haben auf dem Arbeitsmarkt oft einen schweren Stand. Gleichstellung muss daher auch bedeuten, die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen zu fördern.

Zahlreiche Menschen haben wegen einer Behinderung einen schweren Stand auf dem Arbeitsmarkt. Etliche Hindernisse, mit denen sie dabei konfrontiert sind, können vermieden werden.

Bewerben sich Menschen mit Behinderungen auf eine Stelle, sehen sie sich oft, bereits bevor es zu einem Anstellungsgespräch kommt, mit Vorurteilen und Ängsten konfrontiert: Angst, dass ein Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin mit einer Behinderung oft fehlen würde, Angst vor Schwierigkeiten bei der Integration in das Team, Angst vor der Reaktion von Kunden oder Kundinnen des Unternehmens etc.

Zu diesen Vorurteilen tritt der Umstand hinzu, dass bei Menschen mit Behinderungen sehr häufig nur Einschränkungen, nicht aber berufliche und menschliche Kompetenzen gesehen werden.

Weiter erschweren bauliche Hindernisse und mangelhaft angepasste Arbeitsplätze die Situation von Menschen mit Behinderungen. Wer gehbehindert ist, kann nicht im 5. Stockwerk eines Gebäudes ohne Lift arbeiten; wer sich in einem Rollstuhl fortbewegt, ist auf rollstuhlgängige Toiletten angewiesen; für blinde Arbeitnehmerinnen und -nehmer ist es von überragender Bedeutung, dass der Computerarbeitsplatz auf seine spezifischen Bedürfnisse ausgerichtet ist.

Schliesslich können sich Arbeitgebende scheuen, Mitarbeitende mit Behinderungen zu beschäftigen, weil sie die Unterstützungsmöglichkeiten nicht kennen, welche die Sozialversicherungen anbieten. Mit der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen befasst sich in erster Linie die Invalidenversicherung. Das Invalidenversicherungsgesetz sieht zahlreiche Massnahmen vor, die sowohl von den Arbeitnehmenden (Berufsberatung, Umschulung, Taggelder, Übernahme der Transportkosten etc.) wie von den Arbeitgebenden (Übernahme der Kosten für die Anpassung der Arbeitsplätze, bauliche Massnahmen etc.) in Anspruch genommen werden können. Neben der Invalidenversicherung können auch weitere Sozialversicherungen, wie etwa die Unfallversicherung, zur Anwendung kommen.

Auch das Behindertengleichstellungsgesetz sieht Massnahmen zur Verbesserung der beruflichen Integration vor. Direkt angesprochen wird nur gerade der Bund als Arbeitgeber. Das Gesetz räumt dem Bund jedoch zugleich die Möglichkeit ein, Pilotprojekte zur Förderung der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen.

Schliesslich kümmern sich auch private Organisationen um die berufliche (Wieder-)Eingliederung von Menschen mit Behinderungen.

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