Zugängliche Bauten fördern

Unser Leben spielt sich zu einem grossen Teil in Gebäuden ab (Wohnbauten, Schulbauten, Arbeits- und Freizeitstätten). Auch heute noch sind viele Gebäude, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, für Menschen mit Behinderungen nicht oder nur schwer zugänglich. Indem Sie sich die Vision des barrierefreien Bauens zu eigen machen, verschaffen Sie nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern der ganzen Bevölkerung (ältere Personen, Eltern mit Kinderwagen, Unterhaltspersonal usw.) Zugang zu Gebäuden und Anlagen.

Menschen mit Behinderungen treffen in der Umwelt je nach Art ihrer Behinderung auf unterschiedliche Hindernisse: Gebäude ohne Lift sind für gehbehinderte Personen nur schwer zugänglich, zu kleine Schilder für Menschen mit Sehbehinderung nicht lesbar.

Häufig genügen etwas Kreativität und gesunder Menschenverstand, um die Autonomie von Menschen mit Behinderungen zu stärken: In geeigneter Höhe installierte Automaten (z. B. Stempeluhren, Getränkeautomaten usw.) erhöhen die Autonomie von Menschen mit eingeschränkter Mobilität deutlich; eine angemessene Beleuchtung begünstigt die Kommunikation und die Mobilität von hör- oder sehbehinderten Personen.

Im Folgenden einige spezialisierte Stellen in diesem Bereich sowie einfache, konkrete Umsetzungsvorschläge:

Was können Sie tun?

Informieren

Werden im Internet bereits Informationen zur Erreichbarkeit und Zugänglichkeit einer Dienststelle bzw. eines Gebäudes bereitgestellt, können häufig gestellte Fragen von Menschen mit Behinderungen vorweggenommen werden:

  • Verfügt das Gebäude über Behindertenparkplätze?
  • Das Büro, das ich aufsuchen muss, liegt im oberen Stock; ist ein behindertengerechter Lift vorhanden?
  • Ich werde mehrere Stunden vor Ort sein: stehen behindertengerechte Toiletten zur Verfügung?
  • Der Vortrag, den ich besuchen möchte, findet in einem kleinen Saal statt. Ist dieser mit einer induktiven Höranlage ausgestattet?

Hilfsmittel

Einige Hindernisse lassen sich teils durch bauliche Anpassungen, teils durch den Einsatz von Hilfsmitteln beseitigen. Zum Beispiel erleichtert der Bau einer Rampe anstelle einer Treppe den Zugang mit einem Rollstuhl; ein Gebäude, das in Braille beschriftet ist, hilft Personen mit einer Sehbehinderung, sich ohne fremde Hilfe fortzubewegen. Sie finden unter der Toolbox eine Liste verschiedener Hilfsmittel und Tipps.

 Anpassung der Arbeitsplätze

Die technischen und technologischen Fortschritte erlauben es den Menschen mit schwerer Behinderungen zu arbeiten wie jede und jeder andere auch. Die IV-Zweigstelle in Ihrer Region verfügt über verschiedene Hilfsmittel zur Adaptierung der Arbeitsplätze Ihrer (künftigen) Mitarbeitenden; zögern Sie nicht, sie zu Rate zu ziehen.

Veranstaltungen und Vorträge

Es kommt vor, dass Menschen mit Behinderungen einer Veranstaltung fernbleiben, bloss weil der Veranstaltungsort nicht barrierefrei ist. Vorträge sollten nach Möglichkeit an einem Ort durchgeführt werden, der möglichst optimal zugänglich ist (WC, Cafeteria, Bibliothek, Sitzungszimmer usw.). Wenn das nicht möglich ist, sorgen Sie dafür, dass Hilfsmittel eingerichtet werden (können oft auch dafür gemietet werden).

Fachorganisationen

Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL)

Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) ist das Kompetenzzentrum der Bundesverwaltung im Baubereich und damit verantwortlich für das Management aller zivilen Immobilien des Bundes. Sein Immobilienportefeuille umfasst rund 2'300 Objekte, in denen 22'000 Arbeitsplätze untergebracht sind. Dazu gehören auch Sport-, Forschungs- und Kulturbauten.

Damit gehört das Bundesamt für Bauten und Logistik zu den grossen Bauherren der Schweiz und spielt eine entsprechend wichtige Rolle bei der Realisierung von Bauten, die für alle zugänglich sind.

Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen

Die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen ist das Referenzzentrum für hindernisfreies Bauen. Die Fachstelle gibt Auskunft über die geltenden gesetzlichen Bestimmungen und über Massnahmen zur Förderung hindernisfreien Bauens.
Auf der Website der Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen finden Sie eine Liste der Beratungsstellen für hindernisfreies Bauen in den einzelnen Kantonen.

Hindernisfreier Schalter

Ein barrierefreier Schalterzugang lässt sich mit einfachen Massnahmen realisieren. Nachzulesen im Dokument „Hindernisfreier Schalter".

Hilfsmittel

Sie möchten für Ihre Veranstaltung Hilfsmittel (Treppenlifte, Rampen etc.) mieten oder beschaffen? Wenden Sie sich an das Zentrum.

Eurokey

Der Eurokey ist ein Schlüssel, der den Zugang zu gewissen Spezialanlagen (öffentliche Toiletten, Treppenlifte, Rufanlagen usw.) sichert; er ist Menschen mit eingeschränkter Mobilität vorbehalten.

Mobile Toiletten

Viele Personen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, bleiben gewissen Veranstaltungen fern, weil sie befürchten, dort keine barrierefreien Toiletten vorzufinden. Die Miete mobiler rollstuhlgängiger Toiletten kann hier Abhilfe schaffen.

Braille

Beschriftungstafeln in Braille erlauben es blinden und sehbehinderten Personen, sich selbständiger fortzubewegen.

Höranlagen für hörbehinderte Personen

Dabei handelt es sich um eine Technologie zur Hörunterstützung für Träger/innen von Hörgeräten, welche das von einer Schallquelle (z. B. Sprache eines Vortragenden) abgegebene Signal direkt auf das Hörgerät überträgt. Wählen Sie für Ihre Veranstaltungen nach Möglichkeit Räumlichkeiten, die über eine solche - evtl. zugemietete - Anlage verfügen.

https://www.edi.admin.ch/content/edi/de/home/fachstellen/ebgb/themen-der-gleichstellung/bauen---wohnen/zugaengliche-bauten-foerdern.html