Bildung

école inclusive
© Maurizio Gambarini - Keystone

Um Chancengleichheit im Bildungsweisen herzustellen, darf nicht jede und jeder gleich behandelt werden, sondern alle gemäss ihren Bedürfnissen. Das setzt einen vorurteilsfreien Blick voraus, der zudem nicht vorrangig auf ökonomische Aspekte fokussiert. 

Die Bundesverfassung untersagt Diskrimierung aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung ausdrücklich. Was dies mit Blick auf Bildung bedeutet, präzisiert das Bundesgesetz zur Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (BehiG). Es setzt Rahmenbedingungen, die es Menschen mit Behinderungen erleichtern, sich aus- und weiterzubilden. Die Kantone sind verpflichtet, in ihrer Gesetzgebung die Bundesverfassung sowie die Vorgaben des BehiG zu beachten.

Grundsätzlich verlangt das BehiG die Integration von Behinderten Kindern und Jugendlichen in die Regelstrukturen - unter der Vorrausetzung, dass dies zu ihrem Wohl dient. Entscheidungen sollen frei von Vorurteilen und nicht ausschliesslich im Hinblick auf eine Vereinfachung des Schulbetriebs gefällt werden.  

Zusammensein im Vorschulalter

Inklusion in Regelstrukturen beginnt bereits vor dem Eintritt in die Schule. Ob mit oder ohne Behinderung, alle Kinder sollen eine Betreuungseinrichtung, Spiel- oder Krabbelgruppen besuchen können. Die vorschulischen Angebote legen einen wichtigen Grundstein für gegenseitiges Verstehen sowie gemeinsames Spielen und Lernen.

Eltern erfahren durch die Öffnung von bestehenden Angeboten für Kinder mit Behinderungen eine Entlastung in ihrer anspruchsvollen Betreuungsarbeit. Zudem fördern entsprechende Angebote die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben.

Schulwege gemeinsam gehen

In der Schule lernt man nicht nur Lesen und Schreiben. Man knüpft auch Freundschaften und erwirbt diverse (soziale) Kompetenzen. Eine gemeinsame Regelschule für alle Kinder gehört deshalb zu den zentralen Forderungen der Gleichstellung im Bildungsbereich. Daneben soll besonderen Bedürfnissen selbstverständlich Rechnung getragen werden.

Das BehiG räumt keinen Anspruch auf Beseitigung einer Benachteiligung im Rahmen des Grundschulunterrichts ein. Unter bestimmten Umständen ist es hingegen möglich, sich direkt auf das verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot oder den Anspruch auf ausreichenden Grundschulunterricht zu berufen.

Chancengleichheit bis zum Hochschulabschluss

Lebenslanges Lernen wird heutzutage von allen gefordert. Oft nehmen aber Aus- und Weiterbildungsangebote nicht ausreichend Rücksicht auf Lernende mit einer Behinderung.

Dabei lassen sich viele Hindernisse vermeiden oder vermindern. So können Unterlagen in elektronischer Form für Sehbehinderte eine Erleichterungen schaffen oder entsprechende Infrastruktur für Gehörlose den Nutzen des Unterrichts bedeutend steigern. Schliesslich müssen die Dauer und die Ausgestaltung der Bildungsangebote und insbesondere auch der Prüfungen den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung entsprechen.

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