Wie kann ich das Thema Holocaust in der Schule behandeln?

2004 haben die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) an den Schweizer Schulen einen «Tag des Gedenkens an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit» eingeführt. Als Datum wurde der 27. Januar gewählt. Es steht für die Befreiung des Konzentrationslagers von Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945. Ziel ist es, an diesem Tag an den Holocaust an Juden, Roma, Schwulen und weiteren aus rassistischen und politischen Motiven Verfolgten zu erinnern, aber auch an weitere Genozide des 20. Jahrhunderts.

Der Umgang mit dem Thema Holocaust, Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Völkermord, Vertreibung, Apartheid etc.) und Rassismus im Unterricht ist anspruchsvoll. Erprobte Unterrichtsmaterialien und bewährte didaktische Konzepte bieten Lehrpersonen Unterstützung bei der Behandlung dieser Themen.

  • Der schweizerische Bildungsserver educa.ch bietet Zugang zu Informationen und Dokumentationen im schweizerischen Bildungswesen. Das Portal vernetzt, koordiniert und erschliesst systematisch Informationen aus Schulen, Berufsbildungsinstitutionen, pädagogischen Hochschulen und Fachstellen. Zum Thema Holocaust steht ein Dossier Tag des Gedenkens an den Holocaust zur Verfügung.
  • Der Zentralschweizer Bildungsserver (ZEBIS) verfügt über Dossiers zu Genoziden, welche Unterrichtsmaterialien und weiterführende Links enthalten.
  • Die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) leistet Forschungs- und Entwicklungsarbeit, bietet Weiterbildung und Beratung für Lehrkräfte und Mitglieder von Schulbehörden an und führt ein Informationszentrum mit Mediathek und Bibliothek (speziell auch eine Jugendbibliothek). Ebenfalls führt die PHZH einen Verlag mit Publikationen und Online-Angeboten als Dienstleistungen im Bereich der Information für Schule und Bildung.
  • An der Fachhochschule Nordwestschweiz hält das Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik - FHNW interessante Angebote bereit. Lehrpersonen werden durch Unterrichtsmaterialien wie etwa die History Helpline unterstützt.
  • Das Zentrum für Demokratie Aarau widmet sich der Forschung und Lehre zur Demokratie. Die Abteilung Politische Bildung und Geschichtsdidaktik entwickelt Lehrmittel und veranstaltet Tagungen und Kurse für die Aus- und Weiterbildung. Das Zentrum betreibt die Plattform Politische Bildung Schweiz und veröffentlicht einmal jährlich «Polis. Das Magazin für Politische Bildung». Zum «Nationalen Tag des Gedenkens an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit» am 27. Januar veranstaltet das Zentrum regelmässig eine schulnahe, wissenschaftliche Konferenz.
  • Der Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG) unterstützt Lehrpersonen durch Weiterbildungen und Publikationen. Mit dem Dialogprojekt «Likrat» fördert der SIG den Dialog zwischen Jugendlichen jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft. Seit 2011 organisieren der SIG und die Plattform der liberalen Juden der Schweiz (PLJS) Bildungsreisen für Lehrkräfte aus der Deutschschweiz nach Auschwitz.
  • Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) bietet seit Sommer 2016 ein kostenloses E-Learning Tool für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen an, um Themen rund um die Menschenrechte und Diskriminierung zu erforschen.
  • Die Genfer NGO Coordination intercommunautaire contre l’antisémitisme et la diffamation (CICAD) verfügt über pädagogisches Material zum Holocaust und zu Antisemitismus in französischer Sprache. Die CICAD organisiert jährlich Bildungsreisen nach Auschwitz für Schulklassen aus der Romandie.
  • éducation21 ist das nationale Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schweiz. Menschenrechte und Rassismusprävention sind ein wichtiger Zugang zu einer BNE. éducation21 empfiehlt zu diesen Themen geprüfte Lernmedien. Weitere Impulse für den Unterricht geben gelungene Praxisbeispiele und Angebote von ausserschulischen Akteuren.
  • Die Forschungsgruppe Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis) ediert zentrale Dokumente zur Geschichte der schweizerischen Aussenbeziehungen. In ihrer Datenbank stellt sie u. a. ein e-Dossier zum Thema «Die Schweiz, die Flüchtlinge und die Shoah» zur Verfügung.
  • Die Ligue internationale contre le racisme et l’antisémitisme (licra) bietet Lernateliers für Schulen zu den Themen Rassismus und Antisemitismus in französischer Sprache an.
  • Im Rahmen des Schweizer Vorsitzes der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) von März 2017 bis März 2018 organisierte die Pädagogische Hochschule des Kantons Waadt in Lausanne in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern die Internationalen Studientage zum «Umgang mit Holocaust in der Schule – Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte».
  • Der Schweizerische Dokumentenserver Bildung stellt in seiner Datenbank eine Vielzahl von (pädagogischem) Material zu Rassismus und Antisemitismus zur Verfügung.
  • In den Jahren 2004 bis 2008 wurde die Ausstellung «L’Histoire c’est moi» in allen Sprachregionen der Schweiz gezeigt. 555 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus der Schweiz, die sich an die Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnern, kamen zu Wort. Dazu wurden 22 Dokumentarfilme produziert, die online bestellt werden können.
  • Die Tessiner Associazione ticinese degli insegnanti di storia (atis) bietet auf ihrer Internetseite didaktisches Unterrichtsmaterial für Lehrpersonen des Fachs Geschichte in italienischer Sprache an. Darunter befindet sich Material zu den Themen Faschismus und Nationalsozialismus.
https://www.edi.admin.ch/content/edi/de/home/fachstellen/frb/FAQ/wie-kann-ich-das-thema-holocaust-in-der-schule-behandeln-.html